Autor: Simon Meier-Vieracker (Seite 1 von 7)

Public Humanities als offene Bühne oder: Warum Wissenschaft in Social Media auch Spaß machen soll

[Dieser Text erschien zuerst auf dem Blog Public Humanities, hrsg. v. Lisa Kolodzie, Mareike Schumacher, Melanie Seltmann und Daniel Brenn. Er sollte darum auch so zitiert werden:
Meier-Vieracker, Simon (2021): „Public Humanities als offene Bühne oder: Warum Wissenschaft in Social Media auch Spaß machen soll“. In: Kolodzie, Lisa, Schumacher, Mareike, Seltmann, Melanie und Brenn, Daniel (Hrsg.): Public Humanities. https://publicdh.hypotheses.org/93.]

Ich liebe Social Media. Und ich nutze Social Media intensiv und in ihrer ganzen Bandbreite: Ich habe einen eigenen Blog (fussballlinguistik.de), bin Autor und Redaktionsteammitglied eines gemeinschaftlichen Wissenschaftsblogs (lingdrafts.hypotheses.org), habe einen Twitteraccount (bzw. gleich mehrere, s.u.), produziere verschiedene Podcasts, bespiele einen Instagram-Account und einen YouTube-Kanal über die Professur und dann kommt auch noch TikTok dazu. Nur Facebook habe ich aufgegeben, weil hier eigentlich nichts (mehr) passiert, was mich interessiert.

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#FINDEN statt #DENFIN

Wenn heute Abend bei der Europameisterschaft Dänemark und Finnland aufeinandertreffen, werden wieder viele inklusive mir bedauern, dass Dänemark und nicht Finnland Heimrecht hat. Denn sonst wäre der Hashtag zum Spiel hübscherweise #FINDEN statt #DENFIN. Das gleiche erwartet uns beim Spiel Deutschland gegen Ungarn, denn wie schön wäre bitte #HUNGER gewesen! Mit den FIFA-Codes lassen sich eine Menge schöner Wörter bilden, wer zum Beispiel erinnert sich nicht an #PORNED?

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Über Scheißfragen

Ein Gastbeitrag von Antje Wilton

Neulich war es mal wieder soweit: ein Fußballer rastet beim Interview aus. Jonas Hector war nach der Niederlage des 1. FC Köln gegen Holstein Kiel in der Relegation sichtlich ungehalten. Das Ereignis belustigte – wie immer in einem solchen Fall – die Kommentator:innen in den sozialen und anderen Medien. Immerhin war der Vorfall einen Beitrag in der ZEIT wert. Dort war dann zu lesen, dass diese Fragen platt, dumm, oder gar – um Jonas Hector selbst zu zitieren – „Scheißfragen“ seien, auf die eine Standardantwort zu geben dieser eben diesmal keine Lust hatte.

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Braucht es eine Fußballlinguistik?

Eine Replik auf Tahir Balcı

Im fünften Band der Schriftenreihe „Schriften zur Sprache und Literatur“ (Open Access), einem Forum für die neuphilologische und v.a. germanistische Forschung in der Türkei, hat der Herausgeber Prof. Dr. Tahir Balcı (Çukurova Üniversitesi) als eröffnenden Beitrag eine Miszelle mit dem Titel „Fußballlinguistik? Einspruch gegen den Wirrwarr in der Begrifflichkeit der Angewandten Linguistik“ veröffentlicht. Tahir Balcı, ein sehr vielfältig interessierter Sprachwissenschaftler, hat mich eigens per Email auf die Publikation hingewiesen, in der er die Fußballlinguistik als „fraglich“ und „inhaltlich und formal unhaltbar“ verurteilt. In glossenhaftem Stil wirft er mir vor, ein linguistisches Durcheinander mit zu verursachen, indem ich eine völlig überflüssige Disziplin ‚erfunden‘ hätte.

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Goals from the remote past

Für ein aktuelles Publikationsprojekt habe ich vom Kicker Zugriff auf das digitale Archiv erhalten. Über 100 Jahre Fußballgeschichte, von der ersten Ausgabe 1920 bis heute. Eine ideale Ressource, um den Twitteraccount „Goals from the past“ (@retrolivetext), über den Jürgen Hermes und ich die Verläufer historischer Fußballspiele tickern, einmal mit ‚wirklich‘ historischen Partien zu bespielen. Goals from the remote past sozusagen. Die demnächst anstehenden Testspiele gegen Dänemark und Lettland werden wir dafür nutzen (mit den Partien von 1927 und 1937), und auch das EM-Vorrundenspiel gegen Ungarn haben wir im Programm mit – oh Wunder – dem Wunder von Bern 1954.

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Let’s talk about sex (and gender)

Erfahrungen einer weiblichen Forscherin im Männerfußball

Ein Gastbeitrag von Solvejg Wolfers-Pommerenke

„Endlich mal wieder was für’s Auge hier“, begrüßte mich ein Trainer bei unserer ersten Begegnung auf dem Flur des Nachwuchsleistungszentrums, in dem ich seit wenigen Tagen forschte. Was sagt man in so einer Situation?

Gerade weibliche Forscherinnen müssen sich in maskulin dominierten Forschungsfeldern wie dem Männerfußball immer wieder mit Situationen dieser Art auseinandersetzen – und einen Umgang damit finden. Die meisten Texte lehren uns, dass das Pflegen guter Beziehungen im Feld essentieller Bestandteil ethnografischer Forschung ist. Doch das fällt nicht immer leicht.

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Diskussionskultur und Polarisierung in der Berichterstattung

Ein Gastbeitrag von Justin Kraft

„Pro Hansi Flick, Brazzo raus“ – so heißt eine Petition, die gerade medial große Beachtung findet. Weit über 30.000 Menschen hatten sie am vergangenen Dienstag gegen 16 Uhr bereits unterschrieben, heute (28. April 2021) sind es schon über 70.000. Die Petition selbst, sie ist meiner Meinung nach nur das Resultat einer Entwicklung, die mich besorgt.

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„Die Phrasendrescher“ – Ein neuer Podcast über Fußballsprache

Wer sich mit Fußballsprache beschäftigt, kommt an Fußballphrasen nicht vorbei. Die Phrasendrescherei im Reden über den Fußball gehört genauso zur Fußballfolklore wie die Kritik an eben dieser Phrasendreschererei, die mit dem Phrasenschwein sogar eine kanonisierte Form gefunden hat. Hier auf fussballlinguistik.de habe ich mich darum schon verschiedentlich mit Phrasen beschäftigt. Mit meinem Phrasendetektor etwa, dem Blogpost zum Doppelpass oder auch meinen sprachvergleichenden Analysen. Gerade wenn man korpuslinguistisch vorgeht und den Blick auf rekurrente Sprachgebrauchsmuster richtet, steht man immer schon mit einem Bein in der Phraseologie, die Feilke sogar zum Dreh- und Angelpunkt seiner Sprachtheorie gemacht hat.

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Die Verdatung des Fußballs

Der Hype um Big Data macht auch vor dem Fußball nicht Halt. So haben Memmert und Raabe in einem prominent unterstützten Buch die digitale Revolution des Profifußballs ausgerufen. Trackingtechnologien und umfassende Datenbanken mit Leistungsdaten sorgen für eine nie gekannte Datenflut in Echtzeit, die dank immer besserer Rechenleistungen nun auch ausgewertet werden können. Dass aus zählbaren Items Erfolgsfaktoren abgeleitet werden, ist zwar annähernd so alt wie der Profifußball selbst. Aber in den letzten Jahren, das kann man etwa in Biermanns Buch „Matchplan“ (2018) nachlesen, sind mit besonderem Nachdruck hochkomplexe Metriken entwickelt worden, um Leistung messbar und Erfolg kalkulierbar machen zu können.

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