Autor: Simon Meier-Vieracker (Seite 1 von 6)

„Die Phrasendrescher“ – Ein neuer Podcast über Fußballsprache

Wer sich mit Fußballsprache beschäftigt, kommt an Fußballphrasen nicht vorbei. Die Phrasendrescherei im Reden über den Fußball gehört genauso zur Fußballfolklore wie die Kritik an eben dieser Phrasendreschererei, die mit dem Phrasenschwein sogar eine kanonisierte Form gefunden hat. Hier auf fussballlinguistik.de habe ich mich darum schon verschiedentlich mit Phrasen beschäftigt. Mit meinem Phrasendetektor etwa, dem Blogpost zum Doppelpass oder auch meinen sprachvergleichenden Analysen. Gerade wenn man korpuslinguistisch vorgeht und den Blick auf rekurrente Sprachgebrauchsmuster richtet, steht man immer schon mit einem Bein in der Phraseologie, die Feilke sogar zum Dreh- und Angelpunkt seiner Sprachtheorie gemacht hat.

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Die Verdatung des Fußballs

Der Hype um Big Data macht auch vor dem Fußball nicht Halt. So haben Memmert und Raabe in einem prominent unterstützten Buch die digitale Revolution des Profifußballs ausgerufen. Trackingtechnologien und umfassende Datenbanken mit Leistungsdaten sorgen für eine nie gekannte Datenflut in Echtzeit, die dank immer besserer Rechenleistungen nun auch ausgewertet werden können. Dass aus zählbaren Items Erfolgsfaktoren abgeleitet werden, ist zwar annähernd so alt wie der Profifußball selbst. Aber in den letzten Jahren, das kann man etwa in Biermanns Buch „Matchplan“ (2018) nachlesen, sind mit besonderem Nachdruck hochkomplexe Metriken entwickelt worden, um Leistung messbar und Erfolg kalkulierbar machen zu können.

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Schiedsrichterbewertungen – linguistisch betrachtet

Vor einiger Zeit meldete sich Klaas Reese bei mir, seines Zeichens Moderator bei DLF Sport, Blogger, GIF-Kolumnist und vor allem Podcaster: Zusammen mit Alex Feuerherdt betreibt Klaas den sensationellen Schiedsrichter Podcast Collinas Erben, wo mit allergrößter Sachkunde und Leidenschaft Aufgaben, Leistungen, Verdienste und Probleme der Fußballschiedsrichter*innen besprochen werden.

Klaas regte an, die Schiedsrichterbewertungen, die der kicker bei jedem Bundesligaspiel vornimmt, auszuwerten, und weil fussballlinguistik.de gerne auch Auftragsforschung betreibt, habe ich mich rangemacht und alle auf kicker.de verfügbaren Schiedsrichterbewertungen runtergeladen: 7343 Stück aus den Saisons 1996–2020, jeweils mit einer Note zwischen 1 und 6 und einem ganz kurzen Bewertungstext im Gesamtumfang von 181’389 Wörtern.

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Liveticker – Evolution einer Textsorte aus quantitativer Sicht

Der Fußballliveticker ist eine recht junge Textsorte. Seit wann genau Internetseiten ihn anbieten, weiß ich nicht, aber wenigstens die Liveticker-Archive von weltfussball.de und kicker.de reichen nicht weiter als bis ins Jahr 2002 zurück, und erst zur Saison 2003/04 wurde eine ganze Bundesligasaison durchgängig getickert. Andererseits ist mit nunmehr 17 Jahrgängen die Textsorte auch nicht mehr ganz so neu, so dass man schon jetzt ein paar textsortenhistorische Überlegungen anstellen kann.

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Die Sprache der Geistersaison

Zum sog. Re-Start der Bundesliga nach der Corona-Pause Mitte Mai 2020 habe ich am Abend nach den Samstagsspielen eine ganz rasche Blitzanalyse der Liveberichterstattung gemacht. Mich hatte interessiert, ob und wie über Geisterspiele anders berichtet wird als gewöhnlich. Inzwischen ist die ganze Geistersaison absolviert. Der FC Bayern ist der erste und vermutlich auch letzte Geistermeister der Geschichte, und ich möchte meine Analyse von damals komplettieren.

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Ein Streifzug durch die Sprache des Fußballs

An der Dresdner Langen Nacht der Wissenschaften 2020 hätte ich eigentlich einen Vortrag halten sollen zum Thema „Das Runde muss ins Eckige – Ein Streifzug durch die Sprache des Fußballs“. Geplant war ein launiger und interaktiver Vortrag mit anschließender Livedemonstration automatisierter Textgenerierung. Da aber die Lange Nacht coronabedingt ausfällt, habe ich den Vortrag in abgeänderter Form als YouTube-Video eingesprochen und gebe ihn ins Programm des Digitaltags 2020. Voilà, viel Spaß!

Die Sprache der Geisterspiele

Im Vorfeld der ersten Geisterspiele nach dem sogenannten Re-Start der Bundesliga habe ich mich gefragt, wie die Fußballberichterstattung über diese Spiele wohl aussehen würde. Wie würden die Livekommentator*innen, die Liveticker- und Spielberichtsautor*innen das Fußballspektakel inszenieren, wenn doch ohne Fans im Stadion zunächst einmal wenig Spektakel geboten wird. Wie würde es ihnen gelingen, Emotionen zu erzeugen, wenn auch die Spieler auf dem Rasen gehalten sind, sich etwa beim Torjubel merklich zurückzuhalten?

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H****sohn. Ein linguistischer Kommentar

Eine Debatte um Schmähungen und Beleidigungen bestimmt den Fußballdiskurs dieser Tage. Aber nicht oder nicht primär eine Debatte um rassistische, sexistische, homophobe und andere diskriminierende Beschimpfungen, sondern um Schmähplakate und -spruchbänder, die am Wochenende gleich in mehreren Stadien zu sehen waren und einiges an Wirbel einschließlich Spielunterbrechungen verursacht haben. Da es sich bei den hier diskutierten Schmähungen immerhin um sprachliche Äußerungen handelt, nehme ich es mir heraus, den vielen guten Wortmeldungen noch einen Kommentar aus spezifisch linguistischer Sicht hinzuzufügen.

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Die Spieler des Spiels

Üblicherweise wird nach Fußballspielen ein*e Spieler*in als Player of the Game oder, wenigstens im Herrenfußball, als Man of the Match ausgezeichnet. Das macht die FIFA bei Großturnieren und vergibt dafür auch eine kleine Trophäe (aus Plexiglas, meine ich), das macht aber auch der kicker in seinen Spielberichten. Auf kicker.de lassen sich bis zur Bundesliga-Saison 1998-99 die jeweiligen Spieler des Spiels einsehen. Bis zur Saison 2018-19 wurde die Kür auch noch mit ein oder zwei Sätzen begründet – ein Fall für die Fußballlinguistik also.

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